Dachneigung & Dachfläche berechnen

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Dachneigung & Dachfläche berechnen

Wenn Sie sich ein neues Eigenheim bauen, brauchen Sie sich um Dachneigung und Dachflächen keine Gedanken machen, denn diese werden von Statikern und Architekten berechnet und in den Unterlagen vermerkt. Bei älteren Immobilien kann das ganz anders sein. Oft existieren bei historischen Gebäuden weder Pläne noch Bauunterlagen, oder sie werden bei etwas jüngeren Gebäuden nicht sämtlich bei Verkauf an den neuen Eigentümer übergeben. Ist das Haus im Lauf seiner Lebenszeit noch aufgestockt worden oder hat es irgendwann einen neuen Dachstuhl erhalten, sind die Neigung des Daches und die Flächen nicht in den Unterlagen vermerkt. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Dachflächen und Dachneigung berechnen können.

Die Dachneigung wird vom Dachneigungswinkel bestimmt

Die Neigung eines Daches trägt zu dessen Ansicht und Gestalt bei. Da es für Neubauten oft entsprechende Vorgaben im örtlichen Bebauungsplan gibt, ist nicht jede Dachneigung überall erlaubt. Gleichzeitig hat die Neigung auch eine praktische Seite: Von dieser ist abhängig, welche Dacheindeckung für das Haus gut geeignet ist. Wird statt dessen eine weniger geeignete Dacheindeckung gewählt, kann es passieren, dass bei Sturm Wasser unter die Ziegeln gedrückt wird und damit ins Dach dringt. Auch auf die Wirkung gewünschter Solarmodule hat die Neigung und Ausrichtung des Daches einen Einfluss.

Je nachdem, welche Neigung ein Dach hat, wird es in eine bestimmte Dachneigungsgruppe eingeteilt:

Dachneigungsgruppe I: Flachdach

Dachneigungsgruppe II: Flach geneigtes Dach

Dachneigungsgruppe III: Geneigtes Dach

Dachneigungsgruppe IV: Steiles Dach

 
Definition: Der Dachneigungswinkel bestimmt die Steilheit eines Daches. Es ist der Winkel, der zwischen der Waagerechten und der Dachfläche ist und wird entweder in Grad oder in Prozent angegeben.

Der Dachneigungswinkel lässt sich mit Hilfe des Satz des Pythagoras ermitteln: Bei einem rechtwinkligen Dreieck ist die Summe der Kathetenquadrate gleich dem Hypotenusenquadrat. Für die Berechnung der Neigung muss daher nur ein rechtwinkliges Dreieck im Dach bestimmt werden. Die Höhe des Daches, die Tiefe und die Neigung sind die drei Seiten. Soll daher der Winkel bestimmt werden, reicht es, die Höhe und die Tiefe zu kennen. Ist der Neigungswinkel über das gesamte Dach hinweg gleich, braucht nicht die gesamte Dachhöhe und -tiefe bestimmt zu werden, eine partielle Messung reicht aus.

Pultdach

Das Pultdach ist eine ganz einfache Dachform, bei dem der Dachfirst auf der höheren Hausseite aufliegt. Pultdächer haben eine Neigung von mindestens elf Grad, es sind auch bis zu 60 Grad möglich. Die Dacheindeckung richtet sich dabei nach der konkreten Neigung der Dachfläche. Wird das Dach mit Trapezflächen gedeckt, kann die Neigung sogar geringer als die oben erwähnten elf Grad sein. Damit Dachziegel wirklich dicht sind, sollte die Neigung allerdings mindestens 22 Grad betragen. Je steiler die Neigung des Pultdaches ist, desto besser reinigt später der Regen die Dacheindeckung.

Satteldach

Seit Jahrhunderten wird hierzulande das Satteldach mit seinen zwei geneigten Flächen und dem Dachfirst in der Mitte gebaut. Dabei liegt das Dach selbst wie ein Dreieck auf dem Haus. Der First ragt entweder über die Giebel hinaus oder schließt mit diesen ab. Das Satteldach wird je nach Unterkonstruktion entweder als Sparren- oder Pfettendach gebaut. Die meisten Satteldächer haben eine Neigung zwischen 38 und 45 Grad, doch in Gegenden mit viel Regen sind steilere und damit schnell trocknende Satteldächer sinnvoll. Bei einer Neigung von maximal 30 Grad werden sie als flaches Satteldach bezeichnet, ab 45 Grad als Winkeldach. Hat ein Satteldach etwas mehr als 60 Grad Neigung, wird es altdeutsches Dach genannt.

Walmdach

Wie ein kleiner Pavillon schließt das Walmdach mit seiner symmetrischen Bauweise das Haus nach oben ab. Auf mediterran anmutenden Häusern und Stadtvillen hat das Walmdach oft eine Neigung von 25 Grad, doch es gibt auch Walmdächer mit 18 Grad Neigung und bis zu 35 Grad. Wenn Sie allerdings die Fläche unter dem Dach als Wohnraum nutzen wollen, sollte die Neigung wenigstens 30 Grad betragen. Mit seiner isolierenden Luftmasse dient auch ein nicht genutztes Walmdach im Sommer zur Kühlung und im Winter zur Dämmung. Bei dieser Dachform sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Neigung zu den gewünschten Dachziegeln passt. Nur dann können Sie sicher sein, dass das Dach auch wirklich dicht ist.

Zeltdach

Bei einem Zeltdach laufen alle vier Dachflächen wie bei einem Zelt in einer Spitze zusammen. Ursprünglich auf Kirchen zu finden, gibt es inzwischen Zeltdächer auch auf Stadtvillen und anderen Privathäusern im mediterranen Stil. Bei einem quadratischen Grundriss passt das Zeltdach ganz wunderbar auf ein Haus und bietet starkem Wind und Sturm besonders gut die Stirn. Soll der Raum unter dem Dach genutzt werden, sollte die Neigung mindestens 30 Grad betragen. Je steiler das Zeltdach ist, desto besser läuft nach einem Regen das Wasser ab.

Beispielrechnung

Für die Berechnung der Dachneigung gehen Sie oben auf den Dachboden des Hauses und markieren mit Klebeband einen Punkt auf dem Fußboden. Messen Sie nach, wie weit das Dach in der Höhe von diesem Punkt entfernt ist, und messen Sie die Entfernung zwischen dem Dach und der Markierung. Jetzt haben Sie den rechten Winkel vom Punkt bis nach oben zum Dach und zwei Längen des Dreieckes. Nach dem Satz des Pythagoras können Sie damit die Neigung des Daches berechnen.