Berufliche Fort- und Weiterbildungen – Was sie kosten und wie man sparen kann

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Berufliche Fort- und Weiterbildungen – Was sie kosten und wie man sparen kannEine berufliche Fort- und Weiterbildung ist immer auch mit Investitionskosten verbunden: Je nach Art und Länge der Bildungsmaßnahme können das bis zu mehrere tausend Euro sein. Das ist besonders für Arbeitssuchende ein Problem, stellt aber auch Berufstätige auf eine finanzielle Probe. Damit trotzdem jeder der es braucht die Chance hat, sich weiterzubilden, gibt es diesbezüglich den sogenannten Bildungsgutschein. Im Verbund mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist die Rückführung in den Arbeitsmarkt praktisch komplett finanziell unterstützbar.

👨‍🎓 Ratgeber: Berufliche Weiterbildung – Kosten sparen

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Die Kosten einer beruflichen Fort- und Weiterbildung

Wer sich beruflich weiterbilden möchte, der hat sehr viele verschiedene Möglichkeiten, die zudem alle unterschiedlich lange dauern und verschieden viel kosten. Ein Studium zum Beispiel ist mit primären Kosten von ca. 3000 Euro für einen Bachelorabschluss, und ca. 2000 Euro für einen Masterabschluss verbunden. An einer privaten Hochschule oder Universität liegen diese Kosten etwa um das 10-fache höher. Auch eine einfache Weiterbildungsmaßnahme kann mehrere tausend Euro kosten. Ein kurzer Überblick über die Kosten der verschiedenen Weiterbildungsmaßnahmen:

  • Öffentliche Universität oder Hochschule, Bachelor/Master: Ca. 3000/2000 €
  • Private Universität oder Hochschule, Bachelor/Master: Ca. 30.000/20.000 €
  • Weiterbildung mit Abschluss, z.B. geprüfter Betriebswirt: Ca. 5000 €
  • IHK-Abschluss: Ca. 2700 €
  • Kurse ohne Abschluss: Ca. 500 – 1000 €
  • Selbstlernkurse: Ca. 10 – 25 €
  • Autodidakt mit frei erhältlichen Online-Inhalten: Kostenlos

Es wird deutlich, dass eine Weiterbildung mit Abschluss deutlich teurer ist als ohne. Die Kosten entstehen hier nicht nur durch den zusätzlichen Prüfungsaufwand, sondern auch durch die notwendige Zertifizierung bzw. Akkreditierung, die Organisation und natürlich auch die Lernmittel.

So lässt sich bei Fort- und Weiterbildungen Geld sparen

Während das Studium an einer privaten Universität oder Hochschule meist nur vergleichsweise wohlhabenden Menschen vorbehalten ist, sieht das bei den anderen Möglichkeiten für eine Weiterbildung anders aus. Allerdings sind für viele selbst Kosten von wenigen hundert Euro noch zu hoch, ganz zu schweigen von mehreren tausend. Das gilt insbesondere für die Menschen, die eine Fort- oder Weiterbildung am ehesten brauchen könnten: Arbeitssuchende oder Menschen ohne Bildungsabschluss. Da auch der Staat ein großes Interesse daran hat, eben jenem Teil der Bevölkerung dennoch den Zugang zu entsprechenden Bildungsmaßnahmen zu ermöglichen, gibt es mehrere Förderprogramme, mit denen die Fort- und Weiterbildung finanziell unterstützt werden kann. Das geht sogar über die eigentliche Bildungsmaßnahme hinaus: Auch für die finanziellen Aufwände bei der Jobsuche danach gibt es Fördermöglichkeiten, beispielsweise über den Vermittlungsgutschein.

Bildungsgutschein

Ein Beispiel für ein solches Förderprogramm ist der Bildungsgutschein. Er eignet sich besonders für Fort- und Weiterbildungskurse mit IHK-Abschluss oder vergleichbare Angebote und wird von der Bundesagentur für Arbeit nach individuellem Ermessen ausgegeben. Der Bildungsgutschein steht für eine komplette Kostenübernahme der Weiterbildung, inklusive auswärtige Unterbringung und Verpflegung oder eventuell anfallender Betreuungskosten für Kinder.

BAföG

Auch das BAföG ist eine Möglichkeit, eine Bildungsmaßnahme zu fördern und auch sie eignet sich je nachdem für IHK-Abschlüsse – wird meist aber für höhere Bildungsabschlüsse wie Bachelor oder Master an Hochschulen und Universitäten verwendet. Anders als der Bildungsgutschein ist das BAföG eine monatliche Zahlung, deren Höhe in Abhängigkeit des Einkommens und Vermögens des Empfängers und seiner Erziehungsberechtigten bzw. Eltern abhängt. Außerdem muss, bis zu einem Gesamtbetrag von etwas über 10.000 €, nach Bezug des BAföGs die Hälfte zurückgezahlt werden. In diesem Sinne ist das BAföG ein sehr günstiger Bildungskredit.

Andere Fördermöglichkeiten

Es gibt neben dem Bildungsgutschein und dem BAföG noch sehr viele andere Möglichkeiten der Förderung einer Bildungsmaßnahme, auch abseits des Bundes oder der Länder. Beispielsweise bieten viele Vereine oder Stiftungen Stipendien an, welche eine finanzielle Unterstützung anbieten (z.B. das Deutschlandstipendium für Studierende). Auch Unternehmen sind an der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter interessiert und bezuschussen oder übernehmen die finanziellen Aufwände dafür normalerweise.

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AVGS

Auch für die Kosten nach der Bildungsmaßnahme gibt es entsprechende Programme, beispielsweise den AVGS bzw. den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Mit diesem kann ein externer Vermittler damit beauftragt werden, eine passende Stelle zu finden und den Arbeitssuchenden drin zu vermitteln. Der AVGS trägt, ähnlich zum Bildungsgutschein, die kompletten Kosten der Vermittlung inklusive Coaching oder Bewerbertraining.

Meisterbonus

Wer eine Meisterprüfung im Handwerk ablegt, kann einen Antrag auf einen Meisterbonus stellen. Wie hoch die Prämie ist, hängt von dem jeweiligen Bundesland ab. In Baden-Württemberg beträgt die Höhe des Meisterbonus 1500 Euro. In anderen Ländern wie in Bayern beträgt sie 2000 Euro. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, den Meisterabschluss zu machen.

Kostenfreie Lernangebote

Für wen keines der oben genannten Förderangebote in Frage gekommen ist, besteht dennoch eine Chance auf Weiterbildung – wenngleich es hier deutlich mehr Eigeninitiative bedarf: Es geht um kostenfreie Lernangebote wie z.B. Online-Kurse oder autodidaktisches Lernen. Universitäten wie die Universität Helsinki bietet, in Kooperation mit anderen Einrichtungen, beispielsweise den Online Kurs „The Elements of AI“ an, der Grundwissen über künstliche Intelligenz bzw. KI vermittelt. Wer in einem Thema bereits Fuß gefasst hat, kann sich selbst auch gezielt Onlinematerial zusammensuchen oder nach Tutorials auf YouTube zum Beispiel eine Programmiersprache lernen.

Kredite

Wenn alles nichts hilft, bleibt auch die Möglichkeit, einen Kredit für die Bildungsmaßnahme aufzunehmen. Auch dafür gibt es besondere Angebote, beispielsweise sogenannte Studienkredite, die mit besonderen Bedingungen locken und ähnlich dem BAföG mit monatlichen Zahlungen angelegt sind. Der ganze Kredit ist dann nach der Empfangsperiode zurückzuzahlen, meist mit einer Pause dazwischen oder mit der Bindung an das Finden einer Beschäftigung sowie mit vergünstigten Konditionen (niedriger Zins, gebührenfreie Sondertilgungen, uvm.). Ein Kreditrechner verschafft hier einen schnellen Überblick über die Gesamtkosten.

Zusammenfassung

Eine Fort- und Weiterbildungsmaßnahme ist immer mit einem gewissen Aufwand verbunden, in der Regel auch mit einem nicht zu verachtenden finanziellen Aufwand. Dieser liegt höher, je länger die Maßnahme dauert und wenn ein Abschluss damit erzielt wird, beispielsweise ein Bachelor oder ein Meister. Die Kosten von meist mehreren tausend Euro können durch viele verschiedene Fördermöglichkeiten effektiv gedrückt oder sogar genullt werden – letzteres ist beispielsweise über den Bildungsgutschein möglich. Auch kostenfreie Angebote wie beispielsweise einzelne Online-Kurse von Universitäten oder das autodidaktische Lernen über diverse kostenfreie Online-Inhalte bieten die Möglichkeit, sich ohne finanzielle Aufwände weiterzubilden – meist allerdings auch ohne offiziellen Abschluss. Wer in keinem Fall förderberechtigt ist, kann auch über die Finanzierung mit einem Bildungskredit nachdenken.