-Anzeige-


Startseite
> Auto & Verkehr > Routenplaner > Autounfall, was tun?

Schadensabwicklung bei einem Autounfall – was ist
zu tun?

Sie sind unverschuldet in einen Verkehrsunfall geraten und ihr Auto
weist infolgedessen große Schäden auf? Dies ist
keine Seltenheit, denn im Jahr 2014 gab es laut Statistischem Bundesamt
ca. 2,4 Millionen polizeilich erfasste Unfälle. In einerAutounfall, was tun?
solchen Situation sind die meisten Menschen zunächst geschockt
und wissen oft nicht, was nun zu tun ist. Aus diesem Grund sollen nun
die wichtigsten Schritte zur Schadensabwicklung bei einem Autounfall
genauer aufgezeigt werden. So wissen Sie gleich, worauf es ankommt und
welche Fehler Sie von Anfang an vermeiden sollten.

  1. Die
    Unfallstelle absichern

    Um weitere Probleme für den Verkehr zu verhindern, ist es
    wichtig, die Unfallstelle abzusichern. Dies funktioniert entweder,
    indem die beteiligten Fahrzeuge von der Fahrbahn entfernt werden oder
    durch das Aufstellen eines Warndreiecks (nötigen Abstand
    einhalten). Gerade wenn die Schäden am Fahrzeug sehr
    groß sind, ist es unter Umständen nicht mehr
    möglich, das Auto einfach wegzufahren.

  2. Die Polizei
    verständigen

    Bei einem Verkehrsunfall ist es stets sehr wichtig, die Polizei zu
    verständigen. Auf diese Weise wird der Fall
    öffentlich und der Unfallhergang genau aufgenommen. Hier ist
    es wichtig, eventuelle Zeugen zu benennen, die sich an der Unfallstelle
    aufgehalten haben.

  3. Fotos von der
    Unfallstelle machen

    Es ist sehr wichtig, dass Sie bereits an der Unfallstelle Fotos von
    Ihrem Fahrzeug und den entstandenen Schäden machen. Auf diesem
    Weg können Sie dokumentieren, was durch den Unfall genau
    passiert ist und haben später ausreichend Beweise.

  4. Einen
    Kfz-Gutachter beauftragen

    Mit einem KFZ-Gutachter haben Sie die Möglichkeit, den Schaden
    an Ihrem Fahrzeug objektiv bewerten zu lassen. Dies ist wichtig, um
    später angemessen von der gegnerischen Kfz-Haftpflicht
    entschädigt zu werden. Diese wiederum bietet häufig
    ein eigenes Schadensmanagement an, um die eigenen Kosten niedrig zu
    halten. Ein objektiver Gutachter ist hier in jedem Fall die bessere
    Wahl, da der nicht im Sinne der Versicherung handelt, sondern
    für Sie als Geschädigten arbeitet.

    Achtung: Bei kleinen Schäden
    unterhalb der Bagatellgrenze, muss die gegnerische Kfz-Haftpflicht die
    Kosten für den Gutachter nach einem Urteil des LG Coburg aus
    dem Jahr 2007 (Az.: 33 S 36/07) nicht übernehmen. Die
    Bagatellgrenze liegt laut dieser Entscheidung bei 700 Euro. Bei derart
    kleinen Beschädigungen reicht im Normalfall der
    Kostenvoranschlag einer entsprechenden Werkstatt.

  5. Das Gutachten
    der gegnerischen Kfz-Haftpflicht übermitteln

    Wenn der Kfz-Gutachter das Gutachten über das Ausmaß
    der Schäden an Ihrem Fahrzeug erstellt hat, muss dieses
    möglichst schnell zur gegnerischen Kfz-Versicherung. Auf diese
    Weise lässt sich unter Umständen die
    Schadensregulierung beschleunigen.

  6. Bei
    größeren Schäden einen Anwalt hinzuziehen

    Fallen die Schäden am Fahrzeug sehr groß aus, kann
    es sinnvoll sein, einen Anwalt hinzuzuziehen. Nach geltender Rechtslage
    muss die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung Ihren Rechtsbeistand
    bezahlen. Dieser unterstützt Sie bei der Aufstellung der
    zahlreichen Schadenspositionen (neben den Reparaturkosten fallen auch
    Abschleppkosten, Meldekosten und eventuell Finanzierungskosten
    für ein neues Fahrzeug an) und der Durchsetzung Ihrer
    Forderungen, falls die Gegenseite die Zahlung verweigert.

  7. Vorsicht bei
    der Nutzung eines Mietwagens

    Für die Zeit der Schadensprüfung und Abwicklung haben
    Sie ab einem bestimmten Fahrbedarf (ab 20-25 km pro Tag) einen
    Mietwagen auf Kosten der gegnerischen Kfz-Haftpflicht zu nutzen.
    Zahlreiche Autovermietungen
    bieten hier
    spezielle Unfallersatztarife an. Diese sind jedoch häufig
    etwas teurer und werden nicht in jedem Fall übernommen. So hat
    der BGH bereits festgelegt, dass ein Mietwagentarif, der deutlich
    über dem Durchschnitt liegt, nicht in der Höhe von
    der Kfz-Haftpflicht des Schädigers bezahlt werden muss. In
    Einzelfällen kann dies jedoch anders aussehen, denn nach
    Ansicht des BGH (AZ: VI ZR 27/07) kann ein erhöhter
    Unfallersatztarif aus Sicht des Mietwagenunternehmens durchaus
    gerechtfertigt sein, wenn bestimmte Risiken in Bezug auf die
    Schadensanteile des Geschädigten am Unfall bestehen.
    Grundsätzlich sollte aber festgehalten werden, dass ein
    Unfallgeschädigter im Rahmen der Schadensminderungspflicht
    dazu verpflichtet ist, einen möglichst günstigen
    Tarif zu wählen. Aus Sicherheitsgründen ist es
    deshalb sinnvoll, sich von der Autovermietung mehrere Tarife aufzeigen
    zu lassen und die günstigere Lösung zu
    wählen.

  8. Die Zahlung
    der gegnerischen Kfz-Haftpflicht muss nicht zwingend zur Reparatur
    verwendet werden

    Wenn Sie sich entschließen, Ihren defekten Wagen nicht mehr
    reparieren lassen zu wollen und lieber ein anderes Fahrzeug kaufen
    möchten, ist dies Ihr gutes Recht. Sie erhalten in diesem Fall
    zwar nur die Nettosumme der Reparaturkosten (ohne die MwSt.),
    können diese aber so verwenden, wie Sie wünschen. Die
    Zahlung der gegnerischen Kfz-Haftpflicht ist also nicht an die
    tatsächliche Reparatur Ihres Fahrzeugs gebunden.

  9. Keine
    Abfindungserklärung ohne rechtliche Beratung!

    Die Unfallhilfe NRW rät dringend davon ab, eine
    Abfindungserklärung der gegnerischen Kfz-Haftpflicht zu
    unterschreiben. Diese wird im Normalfall angeboten, wenn an Ihrer
    Gesundheit ebenfalls Beeinträchtigungen durch den Unfall
    entstanden sind. Auf diese Weise versuchen Versicherungen, die Kosten
    für die Regulierung zu senken und Ihre rechtlichen Mittel
    durch einen Anwalt und einen Gutachter zu beschränken.

Die Gesundheit kommt an
erster Stelle

Die oben genannten Maßnahmen sind für die
Schadensregulierung nach einem Verkehrsunfall sehr wichtig. Der
allererste Schritt besteht aber natürlich immer in einem
Gesundheitscheck. Ist jemand verletzt? Muss ein Krankenwagen gerufen
werden? Ist erste Hilfe nötig? Erst nach diesen Aspekten
beginnen tatsächlich die Aufnahme des Schadens und die
weiteren Maßnahmen. Übrigens sollten Sie auch bei
kleineren Blessuren einen Arzt aufsuchen und checken lassen, ob
gesundheitlich wirklich alles in Ordnung ist. Unter Umständen
stehen Ihnen nämlich auch Schmerzensgeld sowie
Ersatzleistungen zu, wenn Sie beispielsweise durch gesundheitliche
Unfallfolgen Ihre Kinder zeitweise nicht betreuen können.

Tipps zum
Gesundheitscheck im Überblick:

  • Nach der Absicherung der Unfallstelle ist zuerst zu
    checken, ob jemand erste Hilfe benötigt.
  • Bei ernsthaften Verletzungen sofort einen Krankenwagen
    rufen.
  • Ein ärztlicher Check ist grundsätzlich
    sinnvoll, um innere Verletzungen auszuschließen.
  • Bei Verletzungen steht Ihnen als Geschädigten
    unter Umständen Schmerzensgeld und Schadenersatz zu.

Fazit
Die Schadensregulierung nach einem Verkehrsunfall ist für den
Geschädigten trotz der heutigen Möglichkeiten nach
wie vor mit vielen Fallstricken gespickt. Aus diesem Grund ist es
wichtig, auf rechtlichen Beistand zu bauen. Somit können Sie
verhindern, von der gegnerischen Kfz-Haftpflicht übervorteilt
zu werden oder rechtliche Fehler zu begehen, die nachher zu
Zusatzkosten führen. Wenn Sie einige wichtige Punkte beachten
und stets im Rahmen Ihrer Schadensminderungspflicht handeln,
können Sie guten Mutes auf eine unkomplizierte und
möglichst schnelle Regulierung Ihres Schadens blicken.

Bildquelle: © Thaut Images – Fotolia.com

Schreibe einen Kommentar

*